OMR Festival: Mehrweg ohne Vorkasse

Mit der Etablierung eines flächendeckenden Mehrwegsystems für Kaltgetränke mit einem Umlauf von rund 280.000 Bechern und Gläsern und einem Pilotprojekt zur Erweiterung des Mehrwegkonzepts auf Speisen bei OMR 23 arbeiten die Veranstalter:innen stetig daran, das Event Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten.

Problematik

Die Nutzung von Einwegtellern, -schüsseln und -besteck verursacht große Mengen an Abfall. Um das gesamte Einweggeschirr zu ersetzen, braucht es umfassende technische und logistische Expertise. Alle Essensausgaben müssen durchgängig an beiden Veranstaltungstagen mit ausreichend Mehrweggeschirr für Speisen versorgt werden. Die Anschaffung eigener Mehrwegprodukte ist dabei nicht zielführend: Eine ganzjährige Einlagerung verursacht einerseits Kosten und steht andererseits im Widerspruch zur angestrebten regelmäßigen Nutzung. Nicht zuletzt bedeutet ein hoher Qualitätsanspruch an die Mehrwegprodukte in der Regel auch hohe Produktionskosten.

Lösungsansatz

Für OMR23 wurde das bestehende Mehrwegkonzept auf Speisen erweitert. Hierzu wurde als Test ein Pilotprojekt in der Food-Halle umgesetzt, in welcher 20 Food Outlets platziert waren und rund 38.000 Speisen an zwei Veranstaltungstagen verkauft wurden. Mit Vytal Events wurde ein Dienstleister gefunden, der auf die Umsetzung und Organisation von Mehrweglösungen bei Veranstaltungen spezialisiert ist und über Erfahrung mit den logistischen Herausforderungen der Verteilung und der Reinigung verfügt. Beim Pilotprojekt in der Food-Halle wurden dabei rund 93.000 Geschirrteile eingesetzt, etwa die Hälfte davon war Besteck. Um den Ablauf mit Pfand möglichst einfach für die Besuchenden zu gestalten, wurde das erhobene Pfand in das integrierte Cashless-Payment-System der Veranstaltung integriert. Da es sich um ein After-Payment handelt, konnten die Besuchenden wie gewohnt ihre Speisen kaufen, ohne dass sie für die Pfandbeträge in Vorkasse treten mussten. Dabei sorgten verhältnismäßig hohe Pfandpreise – bei Tellern und Bowls beispielsweise 5 Euro – für eine hohe Rücklaufquote. Bei den Heißgetränken konnte noch keine Mehrweglösung implementiert werden und es wurde weiterhin noch mit Einwegbechern gearbeitet. In Kooperation mit It’s your part konnten dabei 20.000 Pappbecher wieder gesammelt und zu recycelt werden.

Herausforderungen

Die Kosten für die Nutzung von Mehrwegprodukten wurde als Nutzungsgebühr bei den Gastronomieständen in der Food-Halle erhoben. Die damit getätigten Einnahmen deckten allerdings nicht die Gesamtkosten des Mehrwegprojekts. Die verbleibenden Kosten wurden durch OMR getragen. Besonders personalaufwendig und damit kostenintensiv waren die Rücknahmestationen und die Abwicklung der Buchungsvorgänge.

Bilanz

Die Akzeptanz des Mehrwegsystems bei den Besuchenden war hoch und durch die logistische Planung konnte jederzeit gewährleistet werden, dass alle Foodstände ausreichend Mehrwegprodukte zur Ausgabe vorrätig hatten. Bei OMR24 wird das erweiterte Mehrwegkonzept auch für Speisen erneut zum Einsatz kommen und durch einen Test neuer Rückgabemöglichkeiten erweitert.

Der CSR Report OMR23

Vision

Aktuell kann das zugrundeliegende IT-System die im Umlauf befindlichen Mehrwegprodukte nicht den einzelnen Besuchenden zuordnen. Mit Hilfe von eingebauter RFID-Chip-Technik in den Mehrwegprodukten könnte dies allerdings möglich gemacht werden. Damit könnte sich die Rückgabe der Mehrwegprodukte wesentlich effizienter und kostengünstiger gestalten. Durch eine damit einhergehende Automatisierung der Rückgabeprozesse könnten Personalkosten eingespart und die Rückgabezeiten reduziert werden.

Umgesetzte Kriterien mit dieser Maßnahme:

  • 7.3 Mehrweg und Verpackungen
Das OMR Festival hat hohe Ansprüche an Optik und Haptik des Mehrwegangebots.
Einfach Ausleihe und Rückgabe dank bargeldlosem Zahlsystem.

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