Refuse, Reuse, Recycle – Neue Wege zur Kreislauffähigkeit

Bericht aus dem Runden Tisch Abfall vom 3. Februar In unserer Reihe berichteten wir schon im vergangenen Jahr über neue Wege, auf Veranstaltungen Abfall einzusparen. Gerade in

Bericht aus dem Runden Tisch Abfall vom 3. Februar

In unserer Reihe berichteten wir schon im vergangenen Jahr über neue Wege, auf Veranstaltungen Abfall einzusparen. Gerade in Mehrweg-Alternative anzubieten (§ 33 und 34 VerpackG Mehrwegalternative für Einwegkunststofflebensmittelverpackungen und Einweggetränkebecher)., Zudem sind seit 2021 bestimmte Einweg-Plastik-Artikel gänzlich verboten. Hamburg möchte allerdings noch einen Schritt weiter gehen und für Veranstaltungen ab 1.000 Personen die Auflage einführen, ausschließlich Mehrweg zu nutzen sowie obligatorisch ein Abfallkonzept zu erstellen. Als Vorbild ist hier die neue Gesetzgebung in Wien zu nennen, die genau das einfordert.

Doch nicht nur bei Veranstaltungen, auch bei Lieferdiensten, möchte die Umweltbehörde von Hamburg eine Mehrwegpflicht einführen.

Herausforderung für Standbetreibende

Die Einführung von Mehrwegverpackungen im gesamten Gastrobereich wurde als besondere Herausforderung seitens der anwesenden Veranstaltenden bewertet und sehr stark diskutiert. Beim Angebot von Getränkebechern besteht zwar viel und durchaus positive Erfahrung. Die Angebote im Foodbereich und damit auch die Anforderungen an die Behältnisse sind allerdings so unterschiedlich, dass ein einheitliches System hier nur schwer umsetzbar erscheint. Zumal die Zahl der Standbetreibenden – insbesondere im Foodbereich durch die Coronakrise rückläufig ist. Hier zusätzliche Auflagen zu formulieren, könnte für die Standbetreibenden ein weiteres finanzielles Risiko bedeuten. Es sollte eine möglichst einfache Lösung für Standbetreibende gefunden werden.
Denn selbst, wenn ein Mehrwegsystem eingeführt werden könnte, mangelt es an Spülstraßen für die hygienische Säuberung des Geschirrs in Hamburg. Erfahrungsgemäß werden Getränkebecher von Mehrwegsystemanbietern einer Großveranstaltung für die Reinigung teilweise bis nach Hannover oder sogar in europäische Nachbarländer gefahren. Eine Lösung, die schlecht fürs Klima und nicht im Sinne der Nachhaltigkeitsziele ist.

mehrweg packt das problem an der wurzel

Dennoch setzt die Einführung von Mehrweg an der Quelle an. Mit dem Gebot verändern und reduzieren sich die Abfallströme auf der Veranstaltung. Das Abfallaufkommen wird nicht nur um mindestens 30% verringert (Mund, 1999), auch würde es den entstehenden Abfall recyclingfähiger machen. Denn durch Lebensmittelresten an Verpackungsabfall aus der Gastro wird eigentlich recyclingfähiges Material häufig verunreinigt. Kompostierbares Geschirr ist keine gute Alternative zu Mehrweg, denn es kann in den modernen Kompostieranlagen in der Regel nicht verwertet werden. Egal ob kompostierbar oder biologisch – jedes Einwegprodukt muss produziert werden und erzeugt damit einen ökologischen Fußabdruck.
Deshalb sollen auch kunststoffbeschichtete Stoffe, kompostierbares oder biologisches Einweggeschirr im Zuge der neuen Vorgaben der Umweltbehörde für Veranstaltungen ab 1.000 Besucher:innen verboten werden. Für kompostierbare Stoffe gibt es ohnehin bald eine neue Gesetzgebung, die bestimmte Stoffe verbieten soll. Servietten sind davon ausgenommen.

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