Klimafreundliche Energieversorgung

Die Energieversorgung der Veranstaltung erfolgt klimafreundlich.

Strom für Veranstaltungen sollte nach Möglichkeit von regionalen Ökostrom-Anbieter*innen bezogen werden. (Vertrauenswürdige Ökostrom-Label stellt Pascal Tsachouridis von Naturstrom im Futur 2 NachhaltigkeitsTalk zum Thema Energie vor.) Bei Veranstaltungen in festen Spielstätten sollte also auf jeden Fall geklärt werden, ob bereits Ökostrom bezogen wird oder ein Wechsel zu einem entsprechenden Anbieter vorgenommen werden kann.

Auch auf Hamburger Freiflächen, die für Veranstaltungen temporär mit Strom versorgt werden sollen, können Veranstalter*innen regionalen Ökostrom für die Laufzeit ihres Events beziehen, indem sie das “Eventstrom”-Modell von Hamburg Energie nutzen. Einzige Voraussetzung ist ein Anschluss an das Stromnetz und die Beauftragung eines von fünf auf Veranstaltungsstrom spezialisierten Partnern (Hanse Baustrom, Elektro Zacher, Raimer Schmidt, Otto Busch, Stromversorgung Garbers).

Ergänzend können Veranstalter*innen ihren eigenen Ökostrom herstellen, z.B. durch mobile Photovoltaikanlagen auf dem Veranstaltungsgelände. Einige Veranstaltungen schaffen es sogar, ihren gesamten Energiebedarf aus eigenen Quellen decken. Entscheidend ist hierbei, den tatsächlichen Bedarf realistisch einzuschätzen und zu planen – dabei ist zu beachten, dass die Kennzeichnung von elektrischen Betriebsmitteln nicht deren eigentlichem Stromverbrauch entsprechen muss, sondern dass dieser deutlich niedriger liegen kann. Wenn der Strom auf dem Veranstaltungsgelände nachhaltig hergestellt wird, lohnt es sich auf jeden Fall, dies für die Gäste sichtbar zu machen.

Wenn euer Event mit konventionellem Strom betrieben werden muss, weil am Veranstaltungsort kein Ökostrom bezogen oder selbst hergestellt werden kann, besteht die Möglichkeit, den Stromverbrauch mit dem Kompensationsmodell „Ausgeglichen! durch NATURSTROM“ des Anbieters Naturstrom auszugleichen: Basierend auf dem tatsächlichen Stromverbrauch zahlen die Veranstalter*innen eine Gebühr an Naturstrom. Der Betrag wird in den Ausbau von erneuerbaren Energien, z.B. den Bau von Photovoltaikanlagen, investiert und die Veranstalter*in erhält ein Kompensationszertifikat und Kommunikationsmaterialien.

Das Energiekonzept des FUTUR 2 FESTIVAL basiert auf dem Einsatz erneuerbarer Energie, die vor Ort produziert wird, und auf einem professionellen Monitoring der Energieversorgung. Es gibt z.B. eine mit Muskelkraft betriebene Bühne, die nur funktioniert, wenn Veranstaltungsgäste in die Pedale der angeschlossenen Fahrräder treten. Eine zweite Bühne wird mit Solarstrom und, falls das nicht reicht, mit einem Generator auf Rapsölbasis versorgt. Externe Stromanschlüsse für gastronomische Stände werden nicht bereitgestellt und auch die Bar ist dank speziell angefertigter Getränkekühlung energieautark. 

Partner*innen, mit denen das Futur 2 Festival zusammenarbeitet, sind z.B. 4billion, die Solaranlagen für spezielle Anwendung in der Veranstaltungsbranche wie die Aufrüstung von Foodtrucks oder einmalige Firmenevents bereitstellen. 

Für weitere Inspiration und Information zu dem Thema empfehlen wir den englischsprachigen Leitfaden von „A Greener Festival“, in dem unterschiedliche erneuerbare Energieträger mit ihren Vor- und Nachteilen für Open-Air-Veranstaltungen thematisiert werden. Der Leitfaden heißt „The Power Behind Festivals. A Guide to sustainable power at outdoor events.

Darüber hinaus finden sich auf der englischsprachigen Website des Think-Do Tanks viele Factsheets und Berichte zum Thema „nachhaltige Energieversorgung“ von Festivals: http://www.powerful-thinking.org.uk.

Die Planung von auf der Veranstaltung zu erwartenden Energieverbräuchen ist wichtig, um nicht übermäßig viel Leistung vorzuhalten bzw. aktiv Energieverbräuche steuern zu können. Das spart nicht nur Kosten, sondern kann auch dazu beitragen, den Fußabdruck der Veranstaltung zu reduzieren. Gerade wenn man den Veranstaltungsstrom nicht aus einem bereits bestehenden Stromnetz bezieht, sondern seinen Strom vor Ort herstellt, ist eine gute Planung essentiell.

Durch die konkrete Planung von absoluten Strombedarfen kann beispielsweise das Futur 2 Festival die Versorgung mit vor Ort erzeugten erneuerbaren Energien, z.B. durch Photovoltaik sicherstellen. In einem detaillierten Energietracking trägt das Festival auf einem Zeitstrahl den prognostizierten Energiebedarf aller Verbraucher, die auf dem Festival betrieben werden, ein. Dadurch weiß das Festivalteam genau, wieviel Energie zu welchem Zeitpunkt gebraucht wird. Entscheidend ist hierbei, den tatsächlichen, nicht den maximalen Bedarf zu ermitteln, indem der Verbrauch jedes Geräts vorab gemessen wird. (Der Unterschied zwischen tatsächlichem und maximalem Stromverbrauch kann gravierend sein!) (Mehr Informationen findet ihr in diesem ausführlichen Interview mit Björn Hansen vom Futur 2 Festival.)

Die 21 englischsprachigen Fact Sheets von Powerful Thinking geben eine gute Orientierung zu energiebezogenen Themen für nachhaltige Open-Air-Veranstaltungen und Festivals. Darunter Nr. 3 „Using Hybrid Power at Events“, Nr. 5 „Biofuels for Festivals“, Nr. 17 „What to Ask Your Energy Supplier“, Nr. 20 „Measuring Generator Loads Resource Pack“ und Nr. 21 „Advanced Power Monitoring Resource Pack“ mit einer Vorlage zur Sammlung aller Daten rund um die Energieverbräuche der Veranstaltung.

Generatoren, die zur Absicherung der Energieversorgung auf Veranstaltungen wie Open-Air-Festivals eingesetzt werden, müssen nicht mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Es gibt Generatoren, die mit Biodiesel auf Basis von pflanzlichem Ethanol, oder sogar mit Rapsöl oder mit aufbereitetem Speiseöl betrieben werden können.

Die Website „Powerful Thinking“ beschäftigt sich intensiv mit der Energieversorgung von Festivals und Veranstaltungen, die auf der „grünen Wiese“ Energie benötigen. Das Fact Sheet „Biofuels for Festivals“ zählt die ökologischen Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Pflanzenölen auf, bezieht sich jedoch vor allem auf die rechtlichen Grundlagen der EU und Großbritanniens. 

Als erneuerbare Energien oder regenerative Energien werden Energiequellen bezeichnet, die im menschlichen Zeithorizont für nachhaltige Energieversorgung praktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen oder sich verhältnismäßig schnell erneuern. Damit grenzen sie sich von fossilen Energiequellen ab, die endlich sind oder sich erst über den Zeitraum von Millionen Jahren regenerieren. Zu erneuerbaren Energien werden Bioenergie (Biomassepotenzial), Geothermie, Wasserkraft, Meeresenergie, Sonnenenergie und Windenergie gezählt.

Erneuerbare Energien sind jedoch nicht automatisch umweltfreundlich! Gerade die Energiegewinnung aus Biomasse, z.B. Holz, ist für den Klimaschutz höchst problematisch. Werden für die Energiegewinnung aus Biomasse nicht Beiprodukte der Papier- oder Holzproduktion genutzt, sondern lebende Wälder abgeholzt, wie es derzeit leider die weltweite Entwicklung ist, ist dies aus mehreren Gründen höchst problematisch:

  • Bäume binden CO2. Werden sie abgeholzt, können sie diese wichtige Aufgabe nicht mehr übernehmen.
  • Die Nutzung von Holz zur Energiegewinnung ist ineffizient. Nur ca. die Hälfte des Holzes eines gefällten Baums wird letztendlich zur Energiegewinnung genutzt – die andere Hälfte geht beim Fällen und der Verarbeitung zu Biomasse verloren.
  • Bei der Verbrennung von Holz wird mehr CO2 freigesetzt als bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Durchschnittlich erzeugt jede durch die Verbrennung von Holz erzeugte Kilowattstunde 2-3 Mal so viel CO2 wie eine durch fossile Brennstoffe gewonnene Kilowattstunde.

In manchen Ländern gibt es auch Bestrebungen, Palmöl oder Sojaöl anstatt fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung zu nutzen. Der Anbau von Ölpalmen und Sojabohnen gefährdet jedoch tropische Wälder, die besonders viel CO2 binden.

Wenn ihr mit eurem Stromtarif also den Ausbau erneuerbarer Energien fördern wollt, wählt Anbietende die 100% Ökostrom vertreiben und durch entsprechende Siegel ausgezeichnet sind. So könnt ihr sicher sein, mit eurem Stromtarif die Energiewende zu fördern. Wir empfehlen, grundsätzlich Ökostrom zu nutzen, der die Anforderungen folgender oder gleichwertiger Gütesiegel erfüllt:

  • Grüner Strom Label GSL
  • o.k. Power Label
  • TÜV Nord A75-S026-1
  • TÜV Süd EE01 bzw. EE02

Auf Utopia.de findet ihr weitere Informationen im Artikel „Ökostrom-Label: die wichtigsten Siegel im Vergleich“. Außerdem könnt ihr euch auch an den Kriterien und Anbietenden im Ökostromreport von Robin Wood orientieren. Vertrauenswürdige Ökostrom-Label stellt auch Pascal Tsachouridis von Naturstrom im Futur 2 NachhaltigkeitsTalk zum Thema Energie vor.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Weitere Maßnahmen

Initiativen im Programm

Emissionsarme Mobilität aller Mitwirkenden

Anti-Diskriminierung auf der Veranstaltung

Emissionsarme Logistik
Gewaltprävention